Microlearning
Microlearning ist ein Weiterbildungsansatz, der Inhalte in kurzen, fokussierten Einheiten vermittelt – typischerweise zwei bis zehn Minuten, jede auf ein einzelnes Lernziel ausgerichtet. Formate sind Kurzvideos, Quizze, Lernkarten, Infografiken und kompakte interaktive Module, meist mobiloptimiert und in den Arbeitsalltag integriert statt in gesonderte Schulungsblöcke verlagert. Die Begründung liegt in gut belegter Aufmerksamkeits- und Gedächtnisforschung: Lernende behalten aus verteilten, fokussierten Dosen mehr als aus langen Einmalveranstaltungen, und kurze Einheiten ermöglichen verteiltes Wiederholen (Spaced Repetition), das die Langzeitspeicherung messbar verbessert. Microlearning passt zu bestimmten Anwendungsfällen außergewöhnlich gut – Verstärkung nach formalen Trainings, Compliance-Auffrischungen, Produktupdates für Vertriebsteams und Just-in-Time-Unterstützung am Arbeitsplatz. Ebenso wichtig sind die Grenzen: Komplexe Kompetenzen, tiefes konzeptionelles Verständnis und Verhaltensänderung entstehen nicht aus Fragmenten allein; Microlearning wirkt am besten als Baustein einer Blended-Strategie, nicht als Ersatz strukturierter Kurse. Aus Plattformsicht erfordert wirksames Microlearning ein LMS, das kurze Contentformate, mobile Auslieferung, Push-Benachrichtigungen und zeitversetzte Ausspielung unterstützt. Der Begriff gehört zu den meistgesuchten L&D-Konzepten des letzten Jahrzehnts – Ausdruck des Wandels hin zu Lernen im Arbeitsfluss.