SAM (Successive Approximation Model)

SAM (Successive Approximation Model) ist ein agiles Instructional-Design-Modell, das Trainings in schnellen, wiederholten Zyklen aus Prototyping, Review und Verfeinerung entwickelt – statt in den sequenziellen Phasen des klassischen ADDIE-Modells. Entwickelt von Michael Allen, beginnt SAM mit einer kurzen Vorbereitungsphase (Hintergrundinformationen sammeln, Kickoff-Workshop „Savvy Start“) und geht dann rasch in iteratives Design und Entwicklung über: Früh entstehen kleine Prototypen, die mit Stakeholdern und Lernenden erprobt und in aufeinanderfolgenden Durchläufen verbessert werden, bis das Produkt reif ist. Die Grundannahme: Stakeholder können Anforderungen vorab nicht vollständig formulieren – sie erkennen, was funktioniert, wenn sie es sehen. Etwas Unfertiges früh zu zeigen schlägt daher die perfekte Spezifikation auf Papier. Die Vorteile von SAM sind Geschwindigkeit bis zur ersten Version, frühe Risikoerkennung und stärkere Stakeholder-Abstimmung; die Kehrseiten sind der Bedarf an diszipliniertem Iterationsmanagement (ohne feste Grenzen driftet der Umfang) und weniger planbare Budgets als im Wasserfallmodell. In der Praxis kombinieren viele L&D-Teams beide Ansätze: die analytische Strenge von ADDIE für die Problemdefinition, SAM-artige Iteration für den Bau der Lösung. SAM ist die Standardantwort auf die Frage in Interviews und Ausschreibungen, wie Designprozesse mit sich ändernden Anforderungen umgehen.