ADDIE

ADDIE ist das weltweit verbreitetste Instructional-Design-Modell und strukturiert die Entwicklung von Trainingsprogrammen in fünf Phasen: Analysis, Design, Development, Implementation und Evaluation – Analyse, Konzeption, Entwicklung, Durchführung und Auswertung. In der Analysephase werden Leistungsproblem, Zielgruppe und Lernbedarf bestimmt; das Design definiert Lernziele, Struktur und Prüfungsstrategie; die Entwicklung produziert Inhalte und Materialien; die Implementierung bringt das Training zu den Lernenden; die Evaluation misst die Wirkung – begleitend (formativ) und abschließend (summativ). ADDIE entstand in den 1970er-Jahren in der Ausbildungsplanung des US-Militärs und wurde zum De-facto-Standard in betrieblicher Weiterbildung und Bildungswesen. Seine Stärke ist Disziplin: Das Modell zwingt Teams, Problem und Erfolgskriterien zu definieren, bevor Inhalte produziert werden – und verhindert damit den häufigsten Trainingsfehler: Kurse zu bauen, die niemand brauchte. Die meistgenannte Schwäche ist der Wasserfall-Charakter: In der Reinform schließt jede Phase ab, bevor die nächste beginnt, was zu schnell wechselnden Anforderungen schlecht passt. Die moderne Praxis wendet ADDIE iterativ an oder ersetzt es durch agile Alternativen wie SAM (Successive Approximation Model). Dennoch bleibt ADDIE das Referenzvokabular des Instructional Design – Stellenprofile, Ausschreibungen und L&D-Prozesse setzen die Kenntnis meist voraus.