AICC
AICC ist ein Interoperabilitätsstandard für E-Learning, entwickelt vom Aviation Industry Computer-Based Training Committee – jener Organisation, die Ende der 1980er- und in den 1990er-Jahren die ersten technischen Spezifikationen für computerbasiertes Training schuf. Der AICC-Standard (formal das HACP-Protokoll) definiert, wie Lerninhalte Ergebnisse wie Abschluss, Punktzahl und Bearbeitungszeit an ein Learning Management System melden, und ist damit der Vorläufer von SCORM als erster breit eingesetzter E-Learning-Standard. Sein markantestes technisches Merkmal: Inhalte können auf einem anderen Server als das LMS liegen und dennoch Trackingdaten sicher domänenübergreifend übermitteln – etwas, das frühe SCORM-Versionen schlecht beherrschten. Das AICC-Komitee löste sich 2014 offiziell auf; der Standard gilt heute als Legacy-Technologie ohne Weiterentwicklung, neue Projekte setzen auf SCORM, xAPI oder cmi5. In der Praxis bleibt AICC-Unterstützung dennoch relevant: Großunternehmen, regulierte Branchen und Behörden besitzen oft ältere Kursbibliotheken nach AICC-Spezifikation, und ein LMS ohne AICC-Wiedergabe erzwingt teure Content-Konvertierungen. Deshalb steht AICC-Kompatibilität weiterhin auf Checklisten für Enterprise-LMS-Ausschreibungen, auch wenn ihre Bedeutung stetig schrumpft.